Autor Thema: Liste für tolerierbare Signale (SNR, BER...) bei digitalen (Sat-) Empfang  (Gelesen 6656 mal)

TVSpezi

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Gibt es eine Liste die Aussage darüber gibt welche werte bei digitalen Sat-Empang (Kabelempfang) annehmbar sind.

z.B. Welcher BER Wert ist gut?
Minimal erforderliches SNR?
SNR für HDTV? usw.?

Wäre über Informationen sehr dankbar.

Viele Grüße

Uwe S

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Hallo,

allgemeine Listen für diese Werte gibt es nach meinem Wissen nicht.
Auch bei Wikipedia sind darüber keine Informationen zu finden.
Selbst die Messgerätehersteller geben hier nur sehr grobe Richtwerte an.

Ich denke, man kann das auch nicht grundsätzlich festlegen, da hier einige Faktoren eine Rolle  spielen.
Eigene Erfahrung ist hier am wichtigsten.

Kabelempfang:
Der Mindestpegel muss bei Unitimedia und Kabel Deutschland meines Wissens nach min. 65 dBµV betragen und sollte am Endgeräteanschluss nach meinen Erfahrungen 60 dBµV nicht unterschreiten, dann sollte auch der BER-Wert nicht über xx * 10E-6 liegen.


DVB-S:
Bei Messungen des SAT-Empfangs spielt es eine Rolle, wann ich die Messung durchführe, da hier die Messwerte abhängig von den Wetterbedingungen sind.
Bei dichter Wolkendecke sind die Messwerte wesentlich schlechter als bei klarem Himmel!
Deshalb ist bei der Auslegung von SAT-Anlagen immer eine \"Wetterreserve\" einzuplanen.

SATLOOK gibt einen max-BER-Wert von 10E-4 an (was nach meinen Erfahrungen nicht mehr für störungsfreien Empfang ausreicht), und einen Optimalwert von 10E-6 oder höher (Originaltext),  wobei sich \"höher\" offenbar auf den -Exponenten bezieht und nicht auf den Messwert der Errorrate.
Bei den von mir installierten Anlagen messe ich i.d.R. Werte von xx * 10E-07 bis 10E-10.
Die gemessenen SNR Werte liegen i.d.R. zwischen 55 und 80 dBµV, wobei diese Werte voneinander abhängig sind.

Einen Unterschied zwischen den erforderlichen Mindestwerten bei SD- oder HD- Empfang habe ich nie feststellen können, das ist nur eine Werbestrategie der LNB- Hersteller.
Bei der Einführung des Farb-TVs hat Fuba damals auch mit \"farbfernsehtauglichen Antennen\" geworben.....  :D

Gruß Uwe

thoma

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thoma

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Dipol

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Man sollte wenigstens die RFT-Hausnormen wie die europäisch harmonisierte Normenreihe DIN EN 50083-x (VDE 0855x) und die international harmonisierte DIN EN 60728-x (VDE 0855-x) kennen. Die Unterklassifizierungen sind in den Technischen Anhängen in den Katalogen der großen Antennenhersteller aufgeführt.

Wer meint ohne VDE Auswahlabo auskommen zu sollen, legt sich am besten die bezahlbaren Publikationen der Dibkom, in diesem Fall speziell das Kabelnetz-Handbuch zu. Dort sind alle Normpegelfenster und auch die modulationsabhängigen Fehlerverhältnisse nachzulesen.

Hier eine schon etwas ältere Mitteilung von VDE/DKE: Klick mich!

Uwe S

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Man sollte wenigstens die RFT-Hausnormen wie die europäisch harmonisierte Normenreihe DIN EN 50083-x (VDE 0855x) und die international harmonisierte DIN EN 60728-x (VDE 0855-x) kennen........

@ Dipol
Ich denke, dass alle Kollegen, die größere Empfangs- und Verteileranlagen planen und ausführen, über die aktuellen DIN ENxxxx- und VDE- Anforderungen informiert sind.

In diesen Normierungen werden aber ausschließlich Richtlinien und Bestimmungen für die elektrische Sicherheit, Blitzschutz und EMV festgelegt, was ja nicht Thema des Beitrages ist.
Die Frage war doch welche Grenzwerte für das Empfangsignal am Endanschluss erforderlich ist, um einen störungsfreien Empfang im Endgerät zu gewährleisten .....

Gruß Uwe

Dipol

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@ Dipol
Ich denke, dass alle Kollegen, die größere Empfangs- und Verteileranlagen planen und ausführen, über die aktuellen DIN ENxxxx- und VDE- Anforderungen informiert sind.
Die Formulierung lässt den Umkehrschluss durchschimmern, dass dies für Kollegen die weniger große Anlagen installieren nur selten zutrifft. Es gibt auch Elektroplaner und Installateure, die ohne den Support der Hersteller aufgeschmissen wären. Besser man macht auch hier keine Umfrage wer Normenzugriff hat.   

Wie es der Zufall will, bekam ich heute das Anschreiben eines Antennenprofis an eine WEG zur QAM-Umstellung in einer Großanlage, in dem 256-QAM mit DVB-C2 verwechselt wird. Daran hält dieser Antennenfachmann weiter fest, obwohl ihn ein Kollege auf seinen Unsinn aufmerksam gemacht hat.  ::)

In diesen Normierungen werden aber ausschließlich Richtlinien und Bestimmungen für die elektrische Sicherheit, Blitzschutz und EMV festgelegt, was ja nicht Thema des Beitrages ist.
Die Frage war doch welche Grenzwerte für das Empfangsignal am Endanschluss erforderlich ist, um einen störungsfreien Empfang im Endgerät zu gewährleisten .....

Damit das Zusammenspiel von Empfangsanlagen und Endgeräten harmoniert, sind selbstverständlich nicht nur die Vorschriften für Antennensicherheit der DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1):2011-06 und die der EN-Normen für EMV einschließlich SCHUTsev einzuhalten, sondern unter anderem auch die DIN EN 60728-1 (VDE 0855-7):2015-03 (füher DIN EN 50083-7), in welcher sämtliche Parameter für alle Übertragungsarten und Modulationen datailliert genormt sind.

Wenigstens diese Basisnormen sollten auch Angehörige der aussterbenden RFT-Gilde -mit und ohne TREI-Schein- und RFT oder EFK ohne DIBKOM-Zertifikat kennen. Wie es um die Kompetenz und Normenkenntnis bezüglich Erdung und PA bestellt ist, ist kein Thema dieses Threads, trotzdem ein Hinweis, dass für die Installation von Antennenerdungen nebst Potenzialausgleich NAV § 13 gilt.

Wenn TVSpezi auch TV-Profi ist, hätte er immerhin einige MER-Daten in Kurzfassung dem KATHREIN-Katalog oder online hier entnehmen können. Wenn man schon kein VDE-Auswahlabo hat, sollte man sich wenigstens Sekundärliteratur wie das preisgünstige Dibkom Kabelnetzhandbuch zulegen, dort sind die meisten der modulationsabhängigen Einzelwerte im Kapitel 6.9 Signalqualität an der TAD ff. umfassend abgedruckt.

AUSZUG:
DVB-S, QPSK, CR 3/4: Sd,HF/Nmin 10,9 dB
DVB-S, QPSK, CR 7/8: Sd,HF/Nmin 15,6 dB
DVB-2, QPSK, CR 1/4: Sd,HF/Nmin 6 dB
DVB-2, 32-APSK, CR 9/10: Sd,HF/Nmin 24,4 dB

Und so geht es  mit DVB-C und DVB-T weiter. Die Grenzwerte für die DVB-C2- und -T2-Versionen sind noch druckfrisch und die grabe ich jetzt nicht aus der Norm. In Ergänzung der gerundeten Werte der KATHREIN-Tabelle noch MER-Daten aus dem Dibkom-Kabelnetzhandbuch:

DVB-S, QPSK: MER min 11 dB
DVB-S2, alle Modulationen: In Beratung
DVB-C, 16 QAM: MER 20 dB
DVB-C, 64 QAM: MER 26 dB
DVB-C 256 QAM: MER 32 dB
DVB-T COFDM: MER 26 dB

Gruß Roland
« Letzte Änderung: Februar 09, 2016, 17:47:12 von Dipol »

Uwe S

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Hallo Roland,

Die Formulierung lässt den Umkehrschluss durchschimmern, dass dies für Kollegen die weniger große Anlagen installieren nur selten zutrifft. Es gibt auch Elektroplaner und Installateure, die ohne den Support der Hersteller aufgeschmissen wären. Besser man macht auch hier keine Umfrage wer Normenzugriff hat.   

was willst Du damit aussagen?
Dass viele RFT-Kollegen sich nicht über aktuelle Normen und Bestimmungen informiert sind und ihre Arbeit nicht fachgerecht ausführen??

Zitat
Es gibt auch Elektroplaner und Installateure, die ohne den Support der Hersteller aufgeschmissen wären.

Ein TFT (heute Informationstechniker) einem mittelständig- handwerklichem Betrieb hat ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet.
Vom Repararurservice aktueller UE-Geräte, Empfangsanlagen, Telekommunikation bis hin zu IT- und Netzwerktechnik uvm.

Ich arbeite seit über 40 Jahren in diesem Beruf, bei verschiedenen Fachfirmen, heute selbstständig.
Selbsverständlich wird die Konzeption und Planung größerer Anlagen oft Zulieferern wie Kathrein (früher auch Fuba) übergeben!

Die meisten goben Mängel an Emfangs- und Verteileranlagen stelle ich an Anlagen fest, die von Elektrofachbetrieben  (Elektiker , heute Enegieanlagenelektroniker) aber nicht RFT (heute Informationstechniker) ausgeführt wurden.
Statik, Windast, Blitzschutz, Potentialausgleich usw. sind oft nicht gegeben oder mangelhaft.

Wie ich aber schon geschrieben habe, ist dies nicht Thema des Beitrags.
Zur weiteren Diskussion des Themas solltest besser einen eigenen Thread öffnen.

Gruß Uwe