Autor Thema: Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen  (Gelesen 698 mal)

dennisie1

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 5
Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen
« am: August 17, 2014, 10:51:36 »
Ich bin ein wenig verwirrt. Es gibt die Durchgangsdosen, Einzelanschlussdosen und Enddosen (gibt es noch mehr?) Und dann gibt es noch diverse dB-Werte wie 17dB, 14dB  10dB, 1dB usw.

Wann nutz ich was? :-)

Habe schon viele pdfs durch aber finde nichts richtiges oder habe es überlesen.

Es sollen immer 22dB gedämpft werden zwischen den Geräten um gegenseitige Störung zu vermeiden?

Ich habe z.B. drei Anschlussdosen:
68dB - 1dB(MS)- 14dB = 53dB an der ersten Dose
68dB - 1dB(MS) - 1dB(durchgeschliffen) - 14dB = 52 dB an der zweiten
68dB - 1dB(MS) - 1dB(durchgeschliffen) - 1dB(durchgeschliffen) - 14dB = 51dB an der dritten usw.?

Gibt es ein Buch, PDF das gut ist und das ihr mir empfehlen könnt?
« Letzte Änderung: August 17, 2014, 11:07:07 von dennisie1 »

Uwe S

  • Foren Gott
  • *****
  • Beiträge: 4190
Re: Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen
« Antwort #1 am: August 18, 2014, 01:38:31 »
Hallo,

SAT-Durchgangsdosen werden nur bei Einkabel-Verteilersystemen eingesetzt.
Hierfür muss die Empfangsanlage sowie alle Endgeräte (SAT-Receiver, DVB-S TVs) konzipiert und richtig konfiguriert sein.

Bei "normalen" SAT- Mehrteilnehmer- Empfangsanlagen handelt es sich um ein Sternverteilersystem.
d.h.: Jeder Ausgang des Multiswitch kann nur ein Endgerät versorgen, Abzweiger, Durchgangsdosen usw, sind nicht zulässig und Emfänger können beim Anschluss mehrerer Endgeräte pro Ausgang nicht mehr alle Ebenen empfangen und sogar einen Defekt bekommen.

Es sollen immer 22dB gedämpft werden zwischen den Geräten um gegenseitige Störung zu vermeiden?
SAT-Anschlussdosen für Sternverteilersysteme oder Einzelteilnehmeranlagen haben nur eine geringe Anschlussdämpfung (ca. 1dB) und eine Auskoppeldämpfung, wie bei geschliffenen Verteilersystemen ist logischerweise nicht erforderlich und wirkt sich (genauso wie hohe Kabelverluste durch minderwertiges SAT Kabel ) nur negativ aus, solange der zulässige max. Pegel eines Empfangsgerätes nicht überschritten wird.

Um zu berechnen wo in geschliffenen und gemischten Verteilersystemen welche Dämpfung zur richtigen Verteilung der Antennenpegel eingesetzt werden muss, muss man eine entsprechende Berufsausbildung absolvieren:
https://www.ssl-id.de/tv-techniker.de/index.php?topic=4585.0

Hier findest Du entsprechende einige Informationen zum Thema Pegelverteilung und Dezibel-Berechnungen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Logarithmische_Gr%C3%B6%C3%9Fe

http://www.kathrein.de/fileadmin/media/druckschriften/99812268.pdf

.... aber lass die Finger von komplexen Verteileranlagen, wenn nicht über nötige Kenntnisse und Messgeräte verfügst!!

Gruß Uwe

dennisie1

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 5
Re: Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen
« Antwort #2 am: August 20, 2014, 19:10:26 »
Hi Uwe,

ich mache gerade eine Ausbildung zum Informationselektroniker nur leider habe ich kaum bis gar nichts damit zu tun und in der Schule war es sehr grenzwertig. :(

Ich versuche gerade Theoretisch Anlagen aufzubauen, praktisch nicht. - Zumindest nicht wenn ich noch nicht alles verstanden habe.

Uwe S

  • Foren Gott
  • *****
  • Beiträge: 4190
Re: Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen
« Antwort #3 am: August 21, 2014, 02:00:15 »
Hallo dennisie,

wenn Du noch in der Ausbildung zum Informationselektroniker bist, dann kannst Du nicht erwarten, dass Du dabei alles über alle Bereiche der verschiedenen Fachgebiete lernst.  ;D ;)
Dafür ist die Informationstechnik zu umfangreich.
Selbst Ingenieure (heute Bachelor/Master) lernen nur Grundlagen und müssen sich später im Beruf in ihrem Fachgebiet weiterbilden.

Also ganz kurz einige Grundlagen:
Antennenanschlüsse aller TV- und Radiogeräte (DVB/x) haben eine Impedanz von 75 Ohm ( in der Funktechnik meist 50 Ohm).
D.h. das Signal wird am Ausgang der Quelle (aktive Antenne, Verstärker etc. ) über einen 75 Ohm Widerstand ausgekoppelt, die Leitung ist für diese Impedanz ausgelegt und der Antenneneingang der Endgeräte hat eine Impedanz von 75 Ohm gegen Masse.
Bei falscher Impedanz am Endgerät oder nicht abgeschlossener Leitung entstehen in der Leitung "stehende Wellen" .
http://de.wikipedia.org/wiki/Stehwelle
Deshalb muss bei geschliffener Verteilung die Enddose mit einem Endwiderstand von 75 Ohm ausgelegt sein.

Die nötige Auskoppeldämpfung einer Anschlussdose bei geschliffener Verteilung ist davon abhängig, wie viele Anschlüsse an einer Stammleitung angeschlossen sind.
Es sind ca. 3,5 dB pro zusätzlicher Anschlussdose.
(Weitere informationen findet man auf den Datenblättern der Hersteller von Antennenkomponenten und im WWW.

Geschliffene Antennenverteilung ist aber bei "normalen" SAT- Anlagen nicht möglich, wie ich schon geschrieben habe.

Hier findest Du weitere Infos:
http://www.antec1.de/empfang,%20wie.htm

Gruß Uwe

dennisie1

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 5
Re: Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen
« Antwort #4 am: August 26, 2014, 18:36:59 »
Ich weiss Uwe aber leider kommen sollche Themen in der Prüfung dran(höchstwahrscheinlich eine Projektaufgabe) und dann muss ich da Punkten sonst setze ich mich in die Nesseln. :D

Vielen Dank für deine Hilfe!! :)

Uwe S

  • Foren Gott
  • *****
  • Beiträge: 4190
Re: Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen
« Antwort #5 am: August 27, 2014, 01:20:56 »
leider kommen sollche Themen in der Prüfung dran(höchstwahrscheinlich eine Projektaufgabe)

Dann spreche Deine Ausbilder mal darauf an, damit diese das Thema im Zuge der Prüfungsvorbereitung noch einmal behandeln!

Ich denke aber, dass das Projekt nicht sooo anspruchsvoll ausfallen kann.
Selbst viele Installationsbetriebe lassen sich komplexe Verteileranlagen vom Lieferanten bzw. Hersteller der Komponenten berechnen.

Ich denke, das Projekt wird nur eine kleine Hausverteilung sein, wo die wichtigsten Komponenten vorgegeben sind und nur einige Werte ausgerechnet werden sollen.

Im Prinzip muss die Anlage so ausgelegt werden, dass die Leistung des Antennenverstärkers alle Endgeräte mit dem richtigen Pegel versorgen kann, ohne dass min. oder max. Pegel nicht über- oder unterschritten werden.
D.h. der Ausgangspegel des Verstärkers muss ausreichend sein (aber auch nicht zu hoch) und die Signalleistung muss möglichst gleich an alle Endgeräte verteilt werden.
Zur einfachen Berechnung der Verlustleistungen durch Kabel und Aufteilung der Leistungen durch Abzweiger wird die Dezibel-Berechnung verwendet:
http://de.wikipedia.org/wiki/Leistungspegel

Hier müssen die Werte nur addiert werden.
D.h. Leitungsdämpfung pro Meter mal Länge, plus Dämpfung der Verteiler, plus Auskoppeldämpfung der Anschlussdosen, usw....

Zitat
Vielen Dank für deine Hilfe!! :)
Zukünftigen Kollegen helfe ich gerne, aber Lehrer und Ausbilder kann das Forum nicht ersetzen, wir können nur ergänzende Informationen liefern.  ;)

Gruß Uwe

 
« Letzte Änderung: August 27, 2014, 01:22:36 von Uwe S »

Dipol

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 3
Re: Unterschiedlichen SAT-Anschlussdosen
« Antwort #6 am: August 23, 2015, 20:39:18 »
In einem Fachforum sollten falsche Entkopplungswerte und Nachlässigkeiten bei absoluten und relativen dB nicht kommentarlos stehen bleiben, daher begehe ich an dem Altthema vom Vorjahr Leichenschändung.

Es sollen immer 22dB gedämpft werden zwischen den Geräten um gegenseitige Störung zu vermeiden?
22 dB Entkopplung reichen nach DIN EN 60728-1 (VDE 0855-7) nur wohnungsintern aus, wohnungsübergreifend sind zur Störunterdrückung für UKW und VHF(7 MHz BB) 42 dB, für UHF und Sat.-ZF min. 30 dB Entkopplung vorgeschrieben.

Ich habe z.B. drei Anschlussdosen
68dB - 1dB(MS)- 14dB = 53dB an der ersten Dose
68dB - 1dB(MS) - 1dB(durchgeschliffen) - 14dB = 52 dB an der zweiten
68dB - 1dB(MS) - 1dB(durchgeschliffen) - 1dB(durchgeschliffen) - 14dB = 51dB an der dritten usw.?
dB ohne jeglichen Zusatz ist wie auch Prozent lediglich eine Verhältnisangabe und nur zur Angabe von Verstärkungen und Dämpfungen geeignet. Um Spannungspegel logarithmiert anzugeben ist der genormte Zusatz (µV) oder (mV), auch dBµV oder dBmV geschrieben, erforderlich. Alternativ ist auch eine Angabe als Leistungspegel  in dBW, dBm oder dBpW möglich.

An 75 Ohm Impedanz entsprechen 60 dB(µV) einem Spannungspegel von 1 mV, 68 dB[µV] entsprechen 2,51 mV. 

Gibt es ein Buch, PDF das gut ist und das ihr mir empfehlen könnt?
So wie für uns aussterbende Radio- und Fernsehtechniker der "Limann" zur Pflichtlektüre gehörte, sollte das für unsere beruflichen IT-Nachfolger bei den bezahlbaren Dibkom-Büchern gelten.